Schiefergas – Wirtschaftlich und ökologisch fragwürdig

Die Erschliessung von Schiefergasvorkommen erlebt in den USA und Kanada einen riesigen Aufschwung und könnte einigen Quellen zufolge gar die wichtigste primäre Energiequelle warden.  Allerdings gibt es auch einige ernst zu nehmende Bedenken bezüglich wirtschaftlicher und ökologischer Nachhaltigkeit. Zum einen gibt es hinter vorgehaltener Hand Berichte über rasch sinkende Produktion in sehr vielen erst kürzlich erschlossenen Felder, die sowohl die versprochenen Rendite wie auch die errechneten Vorräte als höchst unwahrscheinlich erscheinen lassen. In anderen Worten droht hier die nächste grosse Blase. Und das sind wohl nicht einmal die grössten Probleme. Trotz hartnäckigem Abstreiten der Verantwortlichen gibt es mindestens einen belegten Fall, wo das Aufbrechen der Schiefergesteine (Fracking) mit Wasser und Chemikalien zu einer Verseuchung von Wasserquellen führte. Andere Fälle sind wohl nur deshalb nicht bekannt, weil die Industrie in zahlreichen weiteren Schadensfällen Landbesitzer grosszügig auszahlte und im Gegenzug eine Geheimhaltung der Akten erreichte.

Bemerkenswert! Solange die Industrie ihren Chemiecocktail nicht offenlegt und die Details zahlreicher Gerichtsfälle geheim hält, kann man über beide nur spekulieren. Es ist allerdings anzunehmen, dass die Gasindustrie Gründe für ihre Heimlichtuerei hat und beim Offenlegen der Fakten gewichtige Nachteile befürchtet. Wenn sie nichts zu verstecken hätte, wäre es ein Leichtes mit Transparenz, sämtliche Vorwürfe aus der Welt zu schaffen. Auf alle Fälle besteht ein sehr grosses öffentliches Interesse, die Industrie zu kontrollieren. Zwar ist eine neue Gasblase weitgehend ein Investorenrisiko, aber eine unkontrollierte, grossflächige Verschmutzung von Grundwasservorkommen geht alle an. Die Frage ist nur, für welche Interessen die zuständigen Politiker einstehen: für diejenigen der Öl- und Gasindustrie oder für diejenigen ihrer Wähler. Diese Fragen müssen alle für sich selber beantworten und dann entsprechend handeln beziehungsweise wählen.

Quellen: Economist, Courrier International

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