Russland – Ikeas Kampf gegen die Korruption

Jeweils kurz vor der Eröffnung neuer Filialen wird Ikea regelmässig vor die Wahl gestellt. Entweder bedeutende Bestechungsgelder bezahlen oder Einweihungfeier im Dunkeln und Kalten. Ikea wehrt sich und mietet Dieselgeneratoren, die das ganze Einkaufszentrum vollständig mit Strom versorgen können. Irgendwann wollten dann die Stromgesellschaften auch was verdienen und lieferten den Strom.

So weit so standhaft. Aber damit ist die russische Vetterli- und Korruptionswirtschaft nicht bezwungen – weit gefehlt. Kürzlich stellte sich heraus, dass der Mitarbeiter, der das ganze Generatorenbusiness erledigte, von der Vermietfirma bestochen, stark überhöhte Preise akzeptiert hat und so seinen Arbeitgeber um ca. 200mio $ geschädigt hat, was dem Betriebsgewinn von zwei Jahren entspricht. Es kommt noch besser. Ikea klagt die Firma gerichtlich an und kündigt den Vertrag. Kürzlich ist das Unternehmen damit vor einem russischen Gericht abgeblitzt. Statt einer ordentlichen Untersuchung und Rückerstattung der ergaunerten Beträge wird Ikea zu einer Busse wegen Vertragsverletzung verurteilt.

Der russische Präsident hatte wohl nicht ganz unrecht, als er vor ein paar Tagen – in ungewöhnlicher OffenheitRussland als korruptes, wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich rückständiges Land bezeichnete. Die Erkenntnis, dass dieser Zustand wohl zu einem guten Teil mit der totalitären Einparteienherrschaft und dem fehlenden Rechtsstaat und damit im Prinzip direkt mit seinem Machtapparat zusammenhängt, wäre wohl zu viel verlangt.

Quellen:

http://www.nytimes.com/2009/09/12/business/global/12ikea.html?_r=2&pagewanted=all

http://www.nzz.ch/nachrichten/international/medwedew_zaehlt_die_schwaechen_russlands_auf_1.3536092.html

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