Indonesien – Im Konsumrausch

Indonesiens Mittelschicht (mehr als 3000US$ verfügbares Haushaltseinkommen pro Jahr) wächst sprunghaft. Waren es 2004 noch 1.6 Millionen Menschen, sind es heute bereits 50 Millionen. 2014 könnten sich gemäss Prognosen bereits 150 Millionen Indonesier dazu zählen. Parallel zum steigenden Einkommen, steigen die Bedürfnisse. 2010 wurden 8 Millionen Scooter und 750’000 Autos verkauft. Auch elektronischen Gadgets sind die Inselbewohner zugetan. Indonesien ist einer der weltweit grössten Blackberry-Märkte, zählt am zweitmeisten Facebook-Benutzer und am drittmeisten Twitter-Benutzer!

Bemerkenswert! Die Zahlen sind wahrlich beeindruckend und ähneln denen asiatischer Tiger-Staaten (Südkorea, Taiwan, Singapur und Hongkong) und natürlich auch China. Der Eindruck täuscht aber, der Grund für steigende Einkommen ist verschieden. Im Gegensatz zu diesen Ländern kommen die steigenden Einkommen nicht durch eine wachsende Industrie zustande, sondern durch massiv steigende Erlöse für Rohstoffexporte. Ein weiterer Unterschied: die Gewinne werden weit seltener langfristig in die Wirtschaft, sondern häufig in kurzfristige Konsumgüter investiert, die zudem mangels eigener Industrie zu einem grossen Teil importiert werden müssen. Die Indonesier geniessen ihren Konsumrausch aber es stellt sich die Frage, wie das Erwachen sein wird, wenn die Rohstoffpreise wieder einmal sinken sollten.

Quelle: Economist

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