Atomkraft – Rekordeinsatz der Atomindustrie

2013 wird in der Schweiz voraussichtlich über den Ersatz der alternden Kernkraftwerke abgestimmt. Es geht um viel Geld für die Atomindustrie und dementsprechend lässt sich diese bereits heute nicht lumpen. 20 festangestellte Werber arbeiten vollberuflich mit allen Tricks und Kniffs und praktisch unbegrenztem Budget für ein Ja zum Atomstrom hin. Zeitungsinserate werden geschaltet, man profiliert sich als Sportförderer (Axpo-Super-League), erkauft sich den Goodwill das potentiell Atom-kritischen Alpenvereins SAC und und versucht der Wählerschaft Atomstrom als bewährt und CO2-arm zu verkaufen. Diese Aktivitäten kosten Dutzende von Millionen – der teuerste Abstimmungskampf aller Zeiten wird es ein, wobei die Mittel wie üblich auf der rechten Wirtschaftsseite um ein Vielfaches üppiger fliessen als bei den spendenbasierten Linken/Grünen.

Bemerkenswert! Der Einsatz ist hoch, werden neue AKWs gebaut, und wie bis anhin ihre vollen Risiken nicht versichert, sondern der Allgemeinheit aufgeladen und die nach wie vor unbekannten Entsorgungskosten nicht berechnet, können die Stromerzeuger ohne viel eigenes Zutun Milliardengewinne einfahren. So gesehen lohnen sich die paar Dutzend Millionen allemal. Ein Demokratieproblem ist es allerdings, dass die Gegenseite nur über einen Bruchteil der Mittel verfügt und der geballten Charme- und (gefärbten) Zahlenoffensive finanziell nichts entgegenzusetzen hat. Angesichts dieser nie dagewesenen Geldschwemmen muss man sich zwei Fragen stellen.

  1. Wenn ihre Argumente wirklich so gut sind, warum hat es dann die Atomlobby nötig dermassen massiv Meinungen und Stimmen zu kaufen (versuchen)? Soll dies vielleicht dazu dienen, berechtigte Zweifel an der Notwendigkeit, Versorgungssicherheit, Unfallsicherheit, Entsorgungsmöglichkeiten, preislicher Attraktivität gar nicht erst aufkommen zu lassen?
  2. Braucht das politische System nicht generell vermehrte Transparenz, damit die StimmbürgerInnen wissen, woher das Geld kommt, dass die Parteien und die Interessensverbände ausgeben und dass ihre Meinung beeinflusst?

Quelle: NZZ

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