Polen – Politische Reifeprüfung

In einem einzigen kurzen Moment wurde Polen eines grossen Teils seiner politischen Führung beraubt. Dieser Schock führte aber nicht etwa zu Instabilität. Die institutionelle Machtfolge funktionierte einwandfrei, die vorgesehenen Leute nahmen die Zügel und die Verantwortung in die Hände und die Nation – auch politische Gegner – rückte durch das Unglück enger zusammen. Damit beweist Polen nicht nur wirtschaftliche (als einziges grosses EU wies es 2009 ein Wirtschaftswachstum aus), sondern auch mustergültiger politischer Stabilität.

Damit hat Polen Glück im Unglück. So natürlich uns dies erscheinen mag – problemlos ablaufende Machtwechsel, vor allem ungeplante, sind alles andere als selbstverständlich. Das polnische Vorbild hebt sich besonders deutlich von den aktuellen Negativbeispiele Kirgisien und Thailand ab. Dort und anderswo wird mit Gewalt, fehlender Gesprächs- und Kompromissbereitschaft um freiwerdende Machtpositionen gestritten und zweifelhaftes Demokratieverständnis bewiesen.

Quelle: Foreign Policy

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