USA – farbigere Bevölkerung im Süden und im Westen

Japans Bevölkerung altert und schrumpft im Eiltempo, Europa – mit der Ausnahme von Frankreich – geht in dieselbe Richtung und wächst insgesamt nur noch dank Immigration. Nur die USA schienen sich dem Trend der Industriestaaten entziehen zu können. Die neuesten Zensus-Zahlen zeigen nun ein etwas differenzierteres Bild. In den letzten zehn Jahren ist die Bevölkerung um fast 10% auf neu 309 Millionen Menschen gewachsen. 92% dieses Wachstums gehen auf das Konto von Minderheiten (Latinos, Asiaten und Schwarze). Weisse stellen nur noch 64% aller US-Amerikaner und noch 54% der unter 18-Jährigen. Der zweite grosse Trend ist die fortdauernde Verschiebung von vielen Menschen in den warmen Süden und den Westen – mit handfesten Auswirkungen auch auf die Politik. Zur Freude der Republikaner gewinnt das konservative Texas vier Parlamentssitze und das liberale New York verliert zwei. Andererseits wähnen sich die Demokraten im Vorteil, weil die stark wachsenden Minderheiten eher zu ihren Wählenden gehören.

Bemerkenswert! Das Bild der mehrheitlich weissen und englisch geprägten USA wird damit ernstlich revisionsbedürftig. Wie die europäische Gesellschaft auch, werden die USA farbiger und vielfältiger. Ebenfalls wie in Europa bietet diese Transformation einerseits grosse Chancen und schafft andererseits grosse Spannungen und Ängste unter vielen vergreisenden Alteingesessenen, die mit den gesellschaftlichen Änderungen häufig nicht zurechtkommen und sich in ihrer gewohnten Umgebung bedroht fühlen.

Quelle: Economist

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