Uganda – Weibliche Verstümmelung verboten und Homosexuelle verfolgt

Zweimal Uganda: zuerst die positive Nachricht.

Die Verstümmelung der weiblichen Geschlechtsorgane wird endlich verboten und kriminalisiert. Allerdings war es kein Abgeordneter des mächtigen Präsidenten, sondern ein unabhängiger Abgeordneter, der den Gesetzesvorschlag machte. Es bleibt also zu sehen, ob die Regierung das Gesetz wirklich umsetzt.

Wer nun zu Hochrufen auf das fortschrittliche Uganda ansetzen will, der warte noch etwas zu. Es folgt die schlechte Nachricht. Homosexuellen könnte bald die Todesstrafe drohen. Sollte ein hängiges Gesetz umgesetzt werden, wird die sexuelle Orientierung zu einer Frage von Leben und Tod. Homosexualität verstosse gegen Gottes Willen, schade der Gesellschaft und der ugandischen Kultur. Damit aber nicht genug. Wer Schwule oder Lesben nicht verrät, soll ebenfalls für Jahre ins Gefängnis kommen – Rückkehr zu Hexenjagd, Inquisition und Scheiterhaufen.

Besonders brisant ist das Gesetz, weil es nur zum Teil auf ugandischem Mist gewachsen ist. Mit Millionen von Dollar ”unterstützen” US-amerikanische evangelikale Gruppen den ugandischen Gesetzgebungsprozess. Mit den amerikanischen ”Spenden” werden radikale Pastoren gefördert, ein homophobes Klima geschaffen und Abgeordnete “überzeugt”. ”Wir glauben, dass es für Menschenrechte Grenzen gibt.” Diese Erklärung stammt vom ugandischen Ethik-Minister. Sie steht für eine beunruhigende Tendenz einer erschreckend grossen Zahl von Menschen die Menschenrechte zu relativieren und nur bestimmten, auserwählten Gruppen zu gewähren. Die US-Folterpraxis in irakischen Gefängnissen und Guantanamo, russische oder chinesische Unterdrückung ethnischer Minderheiten sind krasse Beispiele – aber auch die vordergründig harmlose pauschale Ablehnung von Minaretten durch die Schweizer Stimmbürger ist letztlich Ausdruck einer beunruhigenden Bereitschaft den Menschenrechten ihre grundlegende Qualität als allen Menschen Kraft ihres Menschseins zustehend, abzusprechen.

Ganz unabhängig von menschenrechtlichen Aspekten darf wohl festgestellt werden, dass diese christlichen Eiferer den Grundsatz ”Liebe deinen Nächsten” gar merkwürdig auffassen. Ob sie wohl argumentieren, Homosexuellen mit ihrer Inhaftierung und allenfalls Tötung einen Liebensdienst zu erweisen? Mensch bewahre uns vor solchen Liebensbezeugungen.

Quellen:

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