Spanien – Simultanübersetzung, obwohl alle Anwesenden die gleiche Sprache sprechen

Spanien ist schon länger kein zentralistisches Land mehr. Autonomieabkommen für Katalonien, das Baskenland und andere Provinzen haben diesen Regionen beträchtliche Kompetenzen gegeben. Nun geht das spanische Parlament noch einen Schritt weiter und will sämtliche Nationalsprachen (Spanisch, Katalanisch, Baskisch, Galizisch und Valenziano) als Diskussionssprachen erlauben. Damit werden, wie in anderen mehrsprachigen Parlamenten Übersetzungsdienste nötig und wahrscheinlich werden einige Abgeordnete schon bald nur noch mit Kopfhörern verstanden werden.
Sprachautonomie ist ein Menschenrecht und dass nun in Spanien nach langen Jahren der Unterdrückung der Randregionen, das Pendel zugunsten der Minderheiten zurückschlägt, ist verständlich. Trotzdem darf man sich fragen, was es für einen Sinn macht, wenn sich Abgeordnete, die alle perfekt Spanisch beherrschen, Kopfhörer überstülpen müssen, um miteinander zu sprechen. Für die Identität der sprachlichen Minderheiten mag diese Neuerung positiv sein, den Meinungsaustausch und darum geht es ja in einem Parlament, dürfte sie allerdings kaum fördern. Das Ausbalancieren von Autonomie und Integration braucht Zeit – in Spanien wie auch anderswo. Es ist angesichts vieler Jahrhunderte Feudalherrschaft und Diktaturen nicht erstaunlich, dass dieser Prozess nach nur knapp über 30 Jahre Demokratie noch nicht beendet ist. Bemerkens-wert ist höchstens, dass er nun friedlich abläuft.

Spanien ist schon länger kein zentralistisches Land mehr. Autonomieabkommen für Katalonien, das Baskenland und andere Provinzen haben diesen Regionen beträchtliche Kompetenzen gegeben. Nun geht das spanische Parlament noch einen Schritt weiter und will sämtliche Nationalsprachen (Spanisch, Katalanisch, Baskisch, Galizisch und Valenziano) als Diskussionssprachen erlauben. Die sozialistische Regierung sichert sich damit die Unterstützung der Parteien der autonomen Regionen. Zukünftig werden, wie in anderen mehrsprachigen Parlamenten Übersetzungsdienste nötig und einige Abgeordnete werden wohl schon bald nur noch mit Kopfhörern verstanden werden.

Sprachautonomie ist ein Menschenrecht und dass nun in Spanien nach langen Jahren der Unterdrückung der Randregionen, das Pendel zugunsten der Minderheiten zurückschlägt, ist verständlich. Trotzdem darf man sich fragen, was es für einen Sinn macht, wenn sich Abgeordnete, die alle perfekt Spanisch beherrschen, Kopfhörer überstülpen müssen, um miteinander zu sprechen. Für die Identität der sprachlichen Minderheiten mag diese Neuerung positiv sein, den Meinungsaustausch und darum geht es ja in einem Parlament, dürfte sie allerdings kaum fördern. Das Ausbalancieren von Autonomie und Integration braucht Zeit – in Spanien wie auch anderswo. Es ist angesichts vieler Jahrhunderte Feudalherrschaft und Diktaturen nicht erstaunlich, dass dieser Prozess nach nur knapp über 30 Jahre Demokratie noch nicht beendet ist. Bemerkens-wert erfreulich ist höchstens, dass er nun friedlich abläuft.

Quelle: Courrier International

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