Fliegen – Facebook bestimmt Sitznachbar im Flugzeug

KLM offeriert nun einen bemerkenswerten Service. Auf Wunsch kann man der Fluggesellschaft seinen Facebook-Account angeben und erhält daraufhin einen entsprechenden Sitznachbarn zugeteilt.

Bemerkenswert: Anstatt sich wie bis anhin die Zeit frei von Statusupdates über den Wolken mit Büchern totschlagen zu müssen, kann man nun seine Facebook-Timeline unterbrechungsfrei weiterbefüllen. Wie es scheint, ist der Zufall bei der Wahl von Gesprächspartner definitiv nicht mehr gut genug. Es gilt keine Zeit zu verlieren und auf die Flugzeit möglichst effizient zum Networking oder Blinddating (wobei zumindest Facebook mit allen Augen zuschaut) zu nutzen. Das kann wohl tatsächlich beträchtlich interessanter sein, als die gemäss statistischen Regeln, meistens nur bedingt anbandelungstauglichen Zufallsbekanntschaften. Trotzdem erzeugt die Vorstellung zumindest beim noch nicht völlig Facebook-Erlegenen ein diffuses Unwohlsein. So ist doch Facebook durchaus nicht frei von Eigeninteressen – neue Geschäftsfelder winken. Man stelle sich vor, finanzkräftige Fluggäste fliegen schon bald in Begleitung attraktiver BegleiterInnen, die ihnen neben allerhand Seichtem so per Zufall auch von ihrer neuesten tollen Alarmanlage oder dem noch nicht im Meer versunkenen Hotelressort auf den Malediven “erzählen”. Wünsche notabene, die die potenziellen Kunden bis jetzt “nur” Facebook” anvertraut haben. Privatsphäre-Anwalt hingegen dürften in Zukunft wohl vermehrt alleine sitzen.

Quelle: Die Zeit

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