Wikileaks – Für die Öffentlichkeit bestimmt

Die geheimen Richtlinien für Verhöre in Guantanamo, die Namen isländischer Spekulanten mit Volksvermögen, die Ermordung kenianischer Oppositioneller durch Polizeioffiziere, die Verwicklung der kosovarischen Regierung in Mafiageschäfte, die Umgehung der amtlichen Aufzeichnungspflicht durch Sarah Palin oder die Vergiftung von tausenden Bewohnern der Elfenbeinküste durch die britische Ölfirma Trafigura. Dank der Internetseite wikileaks sind alle diese Informationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Die Server stehen in Ländern mit gutem Persönlichkeitsschutz und sämtliche Datenspuren werden aufwendig unkenntlich gemacht, um die Informanten zu schützen. Alle Versuche wikileaks technisch oder juristisch zum Schweigen zu bringen, sind bis jetzt gescheitert und – besonders wichtig – bisher ist noch kein Hinweisgeber (auf Englisch Whistleblower) enttarnt worden.

Damit steht allen Zeugen unrechtmässiger, krimineller Vorgänge, die sich nicht öffentlich äussern können, ein sicheres Instrument zur Verfügung, um die Öffentlichkeit zu informieren, ohne sich selber zu gefährden. Die Einsendungen werden von einem fünfköpfigen internationalen Team auf den Wahrheitsgehalt geprüft und dann ohne Rücksicht auf politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Interessen publiziert. Es ist dies zweifellos die Horrorvorstellung von korrupten Politikern, Hinterzimmer-Lobbyisten und ruchlosen Geschäftsleuten und Unternehmen. Sie alle müssen nun damit rechnen, dass illegale Machenschaften ungestraft ans Licht kommen können.

Quelle: Zeit

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