Hirnforschung – Siesta für die Leistungsgesellschaft

Eine neue Studie bestätigt eine alte Weisheit. Ein Mittagsschläfchen ist nicht etwa ein Zeichen von Faulheit und fehlendem Arbeitseinsatz, sondern von kluger Zeiteinteilung und grösser Leistungsfähigkeit in den Nachmittagsstunden. Eine Erkenntnis, in jahrtausendelangen Selbstversuchen in südlichen Ländern gereift, wird nun auch in leistungsorientierten westlichen Unternehmen, dort, wo die ”Besten” bisher Überstunden wie Trophäen sammelten, zur Kenntnis genommen. Mittagsschläfer sind nämlich am Nachmittag nicht nur geistig wacher, sondern erinnern sich auch deutlich besser an das morgens Gelernte oder Erarbeitete. Das Gedächtnis braucht eine Schlafphase, um Erinnerungen aus dem Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis zu befördern. Eine Mittagsnickerchen kann diesen Prozess stark fördern und macht deshalb auch betriebswirtschaftlich sehr viel Sinn.

Analog wie in diesem Beitrag ist auch ”mehr” nicht besser. Wer die Anzahl Arbeitsstunden immer noch als Zeichen von Leistung und Einsatzbereitschaft betrachtet, der ist hirnforschungstechnisch auf dem Holzweg. Wahrscheinlich geht es zwar noch eine Weile, bis der um sich greifende Leistungslohn, die Anzahl Siesta-Minuten als lohnwirksame Leistungskomponente erfasst – fortschrittliche Unternehmen ermöglichen allerdings immer mehr eine richtige Mittagspause.

Quelle: Economist

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