Klimaschutz – Investoren bestrafen schlampende Trittbrettfahrer-Unternehmen

Das ”Carbon Disclosure Project” sammelt und veröffentlicht CO2-Austoss-Daten von Unternehmen. Dies alleine ist noch nicht bemerkenswert, andere tun das auch. Spannend ist allerdings, dass die Informationen aus der grössten derartigen Datenbank als Entscheidungsgrundlagen für Investitionen von mehr als 400 internationalen Unternehmen herangezogen werden. 56% dieser Unternehmen wollen künftig nur noch mit Zulieferern, die sich um den Klimaschutz kümmern, geschäften. In dieselbe Richtung geht auch eine Bekanntmachung der US-Börsenaufsicht. Sie will zukünftig die an der Wall-Street vertretenen Unternehmen zwingen Daten über die Auswirkung ihrer Geschäfte auf das Klima bekannt zu geben.

Nur wenige Wochen nach dem enttäuschenden Klimagipfel von Kopenhagen bekommt man den Eindruck, dass die Wirtschaft unabhängig von den zaudernden Politikern den Klimaschutz zunehmend ernst nimmt. Investitionen in nachhaltige Energien werden jetzt beschlossen und wer nicht mitmacht, muss zunehmend Nachteile in Kauf nehmen. Es bleibt zu hoffen, dass die Politiker diesem grossen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Trend rechtzeitig zur Kenntnis nehmen, um die nötigen rechtlichen Leitplanken zu setzen. Es geht zwar zunächst auch ohne die Politik aber – wie die Finanz- Wirtschaftskrise gezeigt hat – darf der Staat seine Funktion nicht langfristig vernachlässigen. Er sollte den Wandel mit gezielten Impulsen und Regeln in eine sozial erträgliche und ökologisch nachhaltig sinnvolle Richtung lenken.

Quelle: Zeit

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