Luftqualität in Peking – Bessere Luft für Chinas Funktionäre

Mit einigem Abstand zu den Olympischen Spielen steigt in Peking die gefühlte Luftverschmutzung auf Rekordwerte. Offizielle Luftmessungen orientieren sich nach politischen und weniger nach physikalischen Regeln und werden entsprechen auch nur von Staatsmedien ernst genommen. Die einzig zuverlässige Messstation steht auf dem Gelände der US-Botschaft – die erschreckenden Werte können im Internet abgelesen werden. Offensichtlich vertrauen auch die höchsten chinesischen Funktionäre lieber den US-Amerikanern als der eigenen Propaganda und während die Pekinger dem Gestank ungeschützt und wehrlos ausgeliefert sind, lässt sich die Regierung ganz unauffällig hunderte von Luftreinigungsgeräten installieren.

Bemerkenswert! Auch im Staatskapitalismus chinesischer Prägung sind definitiv einige etwas gleicher als die Anderen. Die Massnahme der Mächtigen ist dennoch empörend! Vor allem, weil spätestens seit den Olympischen Spielen bekannt ist, dass die Luftverschmutzung kontrollierbar ist und man ausserdem davon ausgehen kann, dass Chinas autoritäre Führung durchaus Fabriken und Verkehrsflüsse unkompliziert und schnell per Dekret regulieren kann. So bleibt den Chinesen die bittere Erkenntnis, dass ihre Regierung für ein bisschen zusätzliches Wirtschaftswachstum eine extreme Luftverschmutzung und hunderttausende von vorzeitigen Todesfällen ((gemäss einer WHO-Studie aus 2007, 700’000 vorzeitige Todesfälle jährlich in ganz China) bewusst in Kauf nimmt, während sie für sich selbst saubere Luft produzieren lässt.

Quelle: Courrier International

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