Jugendstrafrecht in den USA – Strafen ist nicht alles

Jugendliche Gehirne funktionieren anders als die Erwachsener. Teenager können darum die Konsequenzen ihres Handelns weniger gut abschätzen, gehen mehr Risiken ein – besonders wenn sie in der Gruppe unterwegs sind. Diese scheinbar banale Erkenntnis wird jetzt – mit Verweis auf wissenschaftliche Studien – in den USA vermehrt bei der Festlegung des Strafmasses für Jugendliche Delinquenten berücksichtigt. So hat kürzlich der oberste Gerichtshof die Abschaffung der Todesstrafe für Minderjährige verfügt und anscheinend erlaubt der Stimmungswandel es auch Politikern ein weicheres Herz gegenüber Straftätern zu zeigen – bisher ein Garant für ein abruptes Karrierenende – und die Gesetze entsprechend umzugestalten.

Anstatt wie gehabt nach bester mittelalterlicher Logik auf Abschreckung, Drohung, Rache und dementsprechend langjährige Gefängnis- oder die Todesstrafe zu setzen, beginnt hier also vielleicht ein langsamer Wandel hin zu einem zivilisierten Strafsystem. Es bleibt aber noch viel zu tun, bis die USA in ihrer Rolle als Hüterin von Moral und Menschenrechten glaubwürdiger werden. Wie wäre es zum Beispiel mit der Verzicht auf minderjährige Soldaten, dem Bann von Minen, der Verurteilung der Auftraggeber von Folter oder mit der Abschaffung der unmenschlichen und Fehlurteil-anfälligen Todesstrafe? Wie gesagt, ein langer Weg.

Bevor sich aber gerade Schweizer als Hüter der Menschenrechte aufspielen, sei an dieser Stelle noch einmal auf die Annahme der Minarettinitiative hingewiesen.

Quelle: Zeit

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