Iran – die Reformer lassen sich nicht unterkriegen

Die grüne Welle der Mussevi Anhänger ist zwar aus den Schlagzeilen aber nicht von der Bildfläche verschwunden. Trotz der extremen Repression gelingt es den Regierungskritiker immer wieder sich zu äussern. Während in einer bekannten Fernsehsendung ein Mullah Eheratschläge erteilt, sagt die Anruferin unvermittelt, « ihr Mann heisse Mussevi, genau so übrigens wie der gewählte Präsident ». Die Sendung wird daraufhin abgebrochen. Auf vielen Banknoten stehen Victoryzeichen und Porträts von Nena, einer vom Regime erschossenen Studentin. In Isfahan tragen Fussballfans grün – ihre Klubfarbe, die jetzt plötzlich eine zweite Bedeutung bekommen hat. Bei Spielen versucht die Kamera die Zuschauer nicht zu zeigen, ein schwieriges Unterfangen. Einfacher ist wie gehabt die Repression: Die Klubfarbe muss auf Befehl von oben geändert werden.

Diese Reaktion versinnbildlicht wie schwach und bedroht sich das Regime auch lange nach dem Ende der offenen Strassenproteste immer noch fühlen muss. Verbietet es bald auch grüne Apfelsorten? Und was ist den Gärten und der heiligen Farbe des Islam? Die grüne Bewegung lebt weiter und ist nicht wie vielfach erwartet einfach verebbt. Die Menschen erkennen, dass es trotz allem Staatsterror möglich – wenn auch nicht ungefährlich – ist, Zeichen zu setzen. Umso heikler jetzt die Rolle des Westens. Ein Angriff auf das Atomprogramm würde alle Iraner zusammenstehen, Kritiker verstummen und eine historische Chance auf einen Wechsel vergehen lassen. Auch die « Grünen » wollen grundsätzlich die Atomkraft und würden das Land gegen äussere Bedrohungen verteidigen helfen.

Quelle: http://www.zeit.de/2009/40/Iran-Opposition?page=all

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