Facebook – Bezahlen um Gesehen zu werden

Zahlreiche, gut vernetzte Facebook Nutzer haben Hunderten von Online-Bekanntschaften, welche im Stundentakt ihre Weisheiten weitergeben. Als Rettung vor dieser ungebremsten Mitteilungsflut aus dem Leben, filtert Facebook die seiner Ansicht nach Relevantesten heraus. Was wir an unserer Wand sehen spiegelt also mitnichten das reale sprich virtuelle Mitteilungsbedürfnis unserer Liebsten, sondern die Präferenzen eines – zugegeben verblüffend einfühlsamen – kalifornischen Computers. Dieser bekommt bald ein neues Kriterium: Geld. Für 7 US$ pro Beitrag, kann man sich künftig die Gewissheit erkaufen, dass es seine Beiträge prominent an die Wand seiner Anhänger schaffen.

Bemerkenswert! Ein Strategiewechsel, damit wird der scheinbar so persönliche Nachrichtenfluss mehr und mehr zu einem simplen Werbekanal. Neben besonders geltungsbedürftigen und finanzstarken Freunden können nämlich auch Ferien ihren Platz auf der Facebook-Wall erkaufen. Beide Kategorien dürften nicht gerade die interessantesten Schreiberlinge sein. Meiner Meinung ist dies eine äusserst risikoreiche und so gleichzeitig auch hoffnungsvolle Strategie. Facebook hat schon lange sein sympathisches Image verloren, nun wird es zunehmend zu einen kommerziellen Marktplatz. Risikoreich, weil dies mit Sicherheit zunehmend Menschen von Facebook vertreiben wird. Hoffnungsvoll, weil sich damit Chancen für Konkurrenten eröffnen. Die Zeit ist langsam reif für eine Open-Source-Lösung!

Quelle:  Die Zeit

 

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Spanien – Ein Dorf trotzt der Krise

n Marinaleda gibt es 0% Arbeitslosigkeit. Die Kleinstadt probt ein Gegenmodell zur kapitalistischen, von der unsichtbaren Hand gesteuerten Wirtschaft. Gesteuert wird ziemlich viel in dieser Kleinstadt – anscheinend zum Wohl der Einwohner. Die örtliche Kooperative beschäftigt sämtliche Bewohner ohne Arbeit im herkömmlichen Sinn und bezahlt ihnen einen anständigen Lohn. Das Dorf produziert und verkauft eine Vielfalt an Lebensmitteln und die Menschen bauen z. B. auch ihre eigenen Häuser (unter fachlicher Anleitung) weitgehend selber und erhalten dafür ebenfalls einen Lohn.

Bemerkenswert! Was im Grossen nirgends klappte, scheint im Kleinen ab und zu zu funktionieren. In Marinaleda setzen sich  alle Mitglieder der Gemeinschaft für diese ein und alle erhalten fast den gleichen Lohn. Diese Wirtschaftsform ermöglicht niemandem ein Luxus- aber allen ein anständiges Leben und dies ist bedeutend mehr als das krisengeplagte spanische Durchschnittsdorf!

Quelle: Courrier International

 

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USA – Parlament in North Caroline verbieten Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse

Was tun, wenn wissenschaftlich breit abgestützte Erkenntnisse nicht ins eigene Weltbild passen und Verhaltensänderungen nahelegen? Während die meisten Menschen in Europa in einem solchen Fall die unangenehmen Erkenntnisse mehr oder weniger erfolgreich verdrängen, reicht dies den US-Republikanern nicht. Wozu haben sie denn zum Beispiel in North Caroline in beiden Parlamentskammern eine komfortable Mehrheit? Folgerichtig verabschiedeten die Gesetzgeber ein Gesetz, dass sämtliche nicht-linearen Klima- und Meeresspiegelkurven schlicht und einfach verbietet. Dies wurde “nötig”, nachdem wissenschaftliche Modelle einen zunehmend schneller ansteigenden Meeresspiegel voraussagten, die das Küstenmanagement vor erhebliche Probleme gestellt hätten. Nun aber wurde das Problem elegant per Gesetz aus der Welt geschafft.

Bemerkenswert! Es ist tatsächlich höchst bemerkens- bzw. bedauernswert, dass für US-Republikaner, die Wissenschaft eine politische regulierbare und manipulierbare Materie darstellt. In ihrer ganzen Radikalität gibt es offenbar keinen Platz für eine unabhängige, an Fakten orientierte Forschung. Besonders schlimm: während ähnlich engstirnige Denkverwandte ohne grossen Einfluss zum Beispiel in pakistanischen Stammesgebieten leben, drückt die hier besprochene US-Variante der Aussen- und Umweltpolitik der mächtigsten und einflussreichsten Nation dieses Planeten ihren Stempel aus. Noch praktischer wäre aber natürlich, gleich die Andersdenkenden zu verbieten. Eine bemerkenswert beunruhigende Vorstellung!

Quelle: New Scientist

 

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