Entwicklungshilfe – China als grösster Empfänger von Gesundheitsgeldern

China, die weltweit zweitgrösste Wirtschaft mit Devisenreserven von 2.4 Billionen (2400 Milliarden US$) ist gleichzeitig einer der grössten Empfänger von Geldern zur Durchführung von Gesundheitsprojekten. Für AIDS, Malaria und Tuberkulose ist das Riesenland der viertgrösste Hilfsempfänger. Dies obwohl es in vielen Fällen weniger betroffen ist, als weniger grosszügig beschenkte Länder. In den letzten acht Jahren hat es bei 38 Malaria-Todesfällen 150 Millionen US$ erhalten. Kongo mit 25′000 Todesfällen erhielt im gleichen Zeitraum nur 122 Millionen US$. Das Geld ist nicht nur deshalb fragwürdig investiert, weil China durchaus die Mittel hat, um sich selbst zu helfen, sondern vor allem auch, weil das Geld dann in viel bedürftigeren Ländern fehlen. Durch seine hohe Bevölkerungszahl ist und bleibt China bis aus Weiteres ein Land mit mittlerem Entwicklungsniveau und muss deshalb nur symbolische Summen in die Gesundheitsfonds einbezahlen und kann sich daraus bedienen. Die effizienten Chinesen sind offensichtlich sehr geschickt im Schreiben von Projektanträgen, verbinden ihre Interessen mit einer Prise wirtschaftlichem Druck und lassen anderen Länder immer weniger übrig. Ein egoistisches Schwellenland erstaunt kaum, überraschender ist hingegen, dass sich die betroffenen armen Länder nicht öffentlich wehren. Experten vermuten, dass es sich niemand mehr leisten kann, China als zunehmend wichtigen Investor, der keine unangenehmen Fragen stellt, vor den Kopf zu stossen und hält deshalb lieber still.

Eine äusserst fragwürdige Entwicklung: Erstens schadet sie Chinas Anspruch als Wirtschaft- und bald auch Militärweltmacht, zweitens bringt sie die wirklich bedürftigen Ländern um dringend benötigte Ressourcen und drittens reduziert sie die Spendenbereitschaft westlicher Regierungen und Bürger, die – berechtigterweise – nicht einsehen, warum sie einen zunehmend schlagkräftigen Konkurrenten auf den Weltmärkten mit Milliarden Entwicklungshilfe-Geldern unterstützen sollten. China ist kein Entwicklungsland mehr, auch wenn nach wie vor grosse Bevölkerungsteile in relativer Armut leben. Während dieser Punkt möglicherweise Anschauungs- und Definitionssache ist, können auch die Chinesen nicht behaupten, ihnen fehlten die Mittel, um auch ihre ländlichen Regionen zu entwickeln.

Quelle: Foreign Policy

Al-Jazira – Auf Abwegen

Al-Jazira ist der bis anhin einzige unabhängige und kritische Medienkonzern, der die arabische Welt – im Gegensatz zu den staatlichen Propagandamaschinen – mit kritischen Nachrichten versorgt. Zu verdanken ist diese revolutionäre und für viele autoritäre Regimes bedrohliche Berichterstattung dem Emir von Qatar. Dieser lässt dem Sender freie Hand – zumindest solange er nicht allzu kritisch über ihn selbst berichtet. Der gute Ruf hat nun jüngst einen argen Dämpfer erlitten. Fünf bekannte Moderatorinnen haben gleichzeitig gekündigt, weil sie die zunehmend frauenfeindlichen Bekleidungsvorschriften und sonstigen Benachteiligungen nicht mehr akzeptieren wollen. Gemäss diesem Bericht gewinnt in Al-Jazira zunehmend eine islamistische, männerdominierte Linie an Einfluss, und zumindest der arabischen Ausgabe droht auch die Objektivität und Ausgewogenheit abhanden zu kommen. Möglicherweise sind die zunehmend strengeren Kleidervorschriften für den Abgang nicht entscheidend, wohl aber die ideologische und programmatische Neuausrichtung auf Männerthemen und der Krieg der Taliban und anderen radikale Gruppen, mit denen der Sender beste Beziehungen pflegt. Israel oder auch die palästinensischen Behörden werden ignoriert oder allenfalls scharf kritisiert – die Hamas und andere zweifelhafte Gruppen werden hingegen ausführlich und weniger kritisch behandelt. Gemäss Berichten ist im Sender ein Kampf der Weltanschauungen im Gange. Soll das Medienhaus weiterhin professionnel, und unabhängig die arabische Welt informieren oder soll es zu einem Instrument islamistischer Gruppen werden und damit die Grundlagen seines Erfolges gefährden. Der Emir wird sich möglicherweise bald einmal aus der Reserve begeben und sich festlegen müssen.

Der positive Einfluss von Al-Jazira auf die arabische Medienwelt und die Informiertheit der Araber kann gar nicht hoch genug geschätzt werden und es wäre ein äusserst bedauerlicher Rückschritt, wenn radikale Gruppen diesen Fortschritt rückgängig machen könnten. Die Kündigung der fünf Moderatorinnen ist ein Warnschuss, es bleibt zu hoffen, der Emir höre ihn.

Quelle: Le Monde

Universität – Notizen machen aber bitte nicht weitergeben

In den USA treibt das Urheberrecht skurrile Blüten. Sich anscheinend sehr wichtig vorkommende Professoren in Harvard, Universität von Texas und anderen Universitäten versuchen ihre Ideen zu einem bestimmten Thema zu schützen und lassen ihre Studenten Erklärungen unterschreiben, in denen klargestellt wird dass: Vorlesungsnotizen (nur eine Kopie) erlaubt, Informationen aber nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt, [...]

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Dubai – Studieren in einem anderen Universum

Während hierzulande beziehungsweise auf diesem Kontinenten über Stipendien, Studiengebühren, Akademikersteuern, Studentenverschuldung, etc. debattiert wird, leben Dubais Studenten nicht nur auf einem anderen Kontinenten, sondern bezüglich Finanzierung eher in einem anderen Universum. Der Campus hat eine eigene Autobahn und die Parkplätze sind mit Luxusmarken wohlgefüllt – nicht mit Karossen der Professoren wohlgemerkt, sondern mit der Studentenflotte. [...]

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Bildung – Akademiker-Steuer statt Studiengebühren

Der extreme Spardruck zwingt England zu ganz neuen Ansätzen. Statt die europaweit höchsten Studiengebühren weiter massiv anzuheben, und die horrende Verschuldung englischer Studenten zu erhöhen, denkt das Bildungsministerium laut über eine radikale Änderung der Finanzierung nach. Das Studium wäre gratis, wer dann allerdings erfolgreich abschliesst und eine Arbeit gefunden hat, müsste eine zusätzliche Ausbildungssteuer bezahlen. [...]

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